Renndebüt des neuen McLaren 720S GT3

ImAbu Dhabi 2018 RaceHG mclarengrid Rahmen der 8.Gulf 12h (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) erfolgte der erste Wettbewerbseinsatzes des McLaren 720S GT3 durch die unter den Nennung von McLaren Customer Racing antretende Werksmannschaft mit den Piloten Ben Barnicoat, Alvaro Parente und Shane van Gisbergen.

Auch wenn man im Vorfeld die Erwartungen tiefstapelte und lediglich eine Zielankunft als Zielvorgabe für beide Teilabschnitten ausgab, hinterliess der Einsatz für die Konkurrenz ein zwiespältiges Bild. Nachdem der Wagen nach vielen Problemen im Training kaum verwertbare Zeiten für die eventspezifische BoP produziert hatte, genehmigten die Veranstalter der Werksmannschaft die installation eines alternativen Sperrdifferentials. Mit diesem schafften die Werksfahrer Rundenzeiten im Qualifying von 2:09,0 und im Rennen von 2:09,4 min. Nach 10 Stunden lag der McLaren über eine Runde in Front ehe an dem Boliden ein Federbein brach und man sich 6 Runden Rückstand einhandelte. Am Ende belegte die Werksmannschaft beim Renndebüt den 8.Platz unter 33 startenden Teams.

Nach den beiden Modellen 12C und 650S, von denen im Verlaufe des Produktionszyklus etwa 40 Rennmodelle abgesetzt wurden und die noch ineinander konvertiert werden konnten, markiert der 720S GT3 einen Bruch, wie uns Brand Commercial Manager Dave Eden vor Ort in Abu Dhabi erklärte: "Der 720S basiert auf einem völlig anderen Chassis, so das es dort kein Upgrade-Paket für existierende McLaren Kunden geben kann. Zudem wird der neue M840T 4,0l V8 Twinturbo Motor verwendet, während der Vorgänger noch den 3,8l V8 M838T verbaut hatte. Eine weitere Änderung ist die Bosch Motorelektronik die die bislang verwendete 650 TAG-ECU und diverse andere Komponenten ersetzt. Der Antriebsstrang wurde auch überarbeitet. Etwa 70% aller Komponenten am Wagen sind neu. Unser Ziel war es an allen bisherigen Verbesserungspotentialen des 650S zu arbeiten. Der Wagen soll robuster auf eventuelle Kontakte reagieren, haltbarer sein, mit niedrigeren Kosten zu warten sein und gleichzeitig für die Piloten fahrbarer ausfallen."

Während der 12C/4 und der 650S wie auch der 570S GT4 noch von McLaren in Zusammenarbeit mit dem britischen Motorsportteam und -Tuner CRS entwickelt worden war, ist der 720S ein reines Eigenprodukt. Auch wenn McLaren sich offiziell bedeckt hält, waren sowohl die Kunden als auch mutmasslich der Hersteller selber nicht mit der Qualität und der Haltbarkeit der von CRS entworfenen Wagen uneingeschränkt zufrieden, weshalb es im Sommer zu einem Rechtsstreit über die Übernahme des Service an den GT4-Modellen zwischen CRS und dem britischen Hersteller kam der zu Gunsten des Werks entschieden wurde.

Bei den Kosten des neuen 720S GT3 will sich der britische Hersteller an den deutschen GT3-Produkten als Benchmark orientieren: "Der Basispreis des Autos liegt bei 440.000 britischen Pfund. Hinzu kommt ein optionales Langstreckenpaket dessen Spezifikation und Preis noch festgelegt werden muss. Bei den Einsatzkosten wollen wir auf vergleichbare Wartungsintervalle und Kilometer-Kosten wie bei den deutschen Wettbewerbern kommen. Unser Ziel - das wir noch bestätigen müssen - ist deutlich unter die Grenze von 20€/km zu kommen."