Das ELMS Feld 2021
Die Europäische Le Mans Serie hat am gestrigen Freitag die Nennliste für die Saison 2021 veröffentlicht. Diese umfasst 43 Mannschaften was damit trotz des Einflusses der derzeit noch grassierenden Corona-Pandemie eines der grössten Felder der letzten Jahre bedeutet. 16 LMP2 17 LMP3 und 10 LMGTE-Mannschaften wollen sich der 18.ten Saison der Serie stellen. Dies sind zwar starke Zahlen, auf den zweiten Blick offenbart das Feld jedoch eine gravierende Entwicklung...
... denn die 3 Klassen nähern sich immer mehr einem Markenpokal an. Dieser ist in der Top-Klasse, die keine Teilnehmer von Ligier und Dallara mehr verzeichnet , schon vollzogen. Das 2016 erzwungene Oligopol von 4 Herstellern hat sich mit aktiver Mithilfe des ACO in ein reines Oreca-Monopol verwandelt und ist nun ein reiner Oreca-Cup. Mit nur 2 Duqueine der beiden Luxemburger Teams DKR Engineering und Racing Experience mutiert die LMP3 parallel zu einem reinen Ligier-Cup während in der GTE Ferrari das Gros der Teilnehmer stellt und nur noch 2 Porsche und ein Aston Martin (als Kandidat für den nächsten Rückzug) hier für einen Anschein von Markenvielfalt sorgen. Seit 4 Jahren in Folge (2017 debütierte Duqueine-Vorgänger Norma in der LMP3) kann die Serie somit keine neuen Hersteller mehr vorweisen, während man in der Zwischenzeit Corvette, Dallara , Ginetta und nun in der LMP2 auch Ligier-Mannschaften verloren hat. Sportlich mag dies enge Rennen für die Saison 2021 versprechen. Die Bedeutung der Serie für die technische Riege der Sportwagenkonstrukteure sinkt dagegen immer mehr. Zumal in allen Klassen zusätzlich Einheitsreifen von Goodyear bzw. Michelin vorgeschrieben sind.
Zu den Teams: im Oreca-Cup starten weiterhin die Mannschaften von United Autosports, Idec Sport und G-Drive-Racing mit je 2 07 LMP2 und die Mannschaften von Dragonspeed, Algarve Pro, Cool Racing, das Duqueine Team, BHK Motorsport, Graff Racing und Panis Racing mit je einem Auto. Neu hinzu kommen Ultimate Racing, das Team Team WRT und das von TF Sport eingesetzte Racing Team Turkey. Nicht mehr dabei sind Inter-Europol Competition, das Richard Mille Tacing Team und High Class Racing die allesamt in die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft gewechselt sind.
In der LMP3 – dem offenen Ligier-Cup mit Duqueine-Beteiligung - verzeichnen wir Doppel-Engagements von United Autosports, Inter-Europol Competition, Graff Racing und Nielsen Racing sowie fortgesetzte Einzel-Engagements der Teams RLR Msport, Eurointernational, DKR Engineering und BHK Motorsport. Wieder zurück in der Meisterschaft sind Villorba Corse und Cool Racing während mit Racing Experience (Bild unten), MV2S Racing und dem polnischen Team Virage 3 neue Mannschaften in die Meisterschaft einsteigen. Nicht mehr dabei im Vergleich zum Vorjahr ist die in die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft aufgestiegene Realteam Racing Mannschaft.
In der GTE treten nun 7 Ferrari (3* Iron Lynx, 2 AF Corse, je ein JMW-Motorsport und Kessel Racing) gegen 2 Proton Competition Porsche und einen TF Sport Aston Martin an.
Aus deutschsprachiger Sicht enttäuscht zudem die Tatsache, das die angekündigten Programme von Phoenix Racing und Mühlner Motorsport sich wohl nicht haben realisieren lassen. Während hier noch eine Chance besteht die beiden Mannschaften zumindest in der unteren Liga des Michelin Le Mans Cup zu Gesicht zu bekommen, sieht zur Zeit auch die deutschsprachige Beteiligung auf Pilotenseite eher bescheiden aus. In der LMP2 ist lediglich Rene Binder im Duqueine Oreca gelistet. In der LMP3 sieht es etwas besser aus; hier verzeichnen wir Laurents Hörr im DKR Engineering-Duqueine M30-D08 LMP3, die beiden Luxemburger David und Gary Hauser im Racing Experience Duqueine M30-D08 LMP3, Martin Hippe im Inter-Europol Competition Ligier und den Liechtensteiner Matthias Kaiser im Graff Racing Ligier.
In der GTE sind Christian Ried im Proton Competition Porsche und Rahel Frey im Iron Lynx Ferrari gelistet. Da aber bis zum Saisonstart am 18.April noch 2 Dutzend Pilotenplätze zu vergeben sind, besteht die Hoffnung hier noch den ein oder anderen deutschsprachigen Piloten zusätzlich in der Serie begrüssen zu können.