Turbulenter ELMS-Auftakt in Silverstone

Neben dem FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Auftakt gab es in Silverstone noch den Saisonstart der Europäischen Le Mans Serie (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) zu bewundern. Auch in diesem Jahr schaffte es die europäische Serie trotz Absagen noch ein grösseres Feld als die WM zusammen zu bekommen. 31 Autos stellten sich am Start auf, angeführt vom Polesetter, dem Greaves Motorsport Gibson 015S des Trios Jon Lancester, Gary Hirsch und Björn Wirdheim. Wie im Vorjahr sollte man in Sachen Rennaction dem Publikum in Nichts schuldig bleiben.

Schon der Auftakt des Rennens geriet turbulent. Nach einem Dreher des unter der Nennung von AF Corse startenden SMP Racing Oreca 03R von Kyrill Ladygin, kollidierte der russische Pilot spektakulär mit dem Pegasus Racing Morgan von Jonathan Coleman, was das Safetycar auf die Strecke rief. Beide schwer beschädigten Autos konnten dank des Einsatzes ihrer unermüdlichen Crews noch einmal in das Rennen zurückkehren, waren aber somit aus dem Kampf um eine Spitzenposition ausgeschieden.

Dieser wurde in der Folge zwischen den beiden Gibson Teams von Geaves und dem Team Jota, sowie dem neuen TDS Racing Oreca 05 des Trios Ludovic Baday, Pierre Thiriet und Tristan Gommendy ausgetragen. Nachdem das SC kurz nach der Rennhalbzeit wegen eines Unfalls des dänischen Massive Motorsport Aston Martin Vantage GT3 mit einem der AF Corse-Ferraris noch einmal ausrücken musste, wurde der Kampf um den Sieg in der Endphase durch 2 diskussionswürdige Manöver entschieden. Zuerst berührten sich hinter dem führenden Gommendy die beiden aufholenden Gibson von Greaves Pilot Lancester und Team Jota-Fahrer Harry Ticknell in Becketts, was Ticknell, dem gemäss unserer Statistikauswertungen schnellsten LMP2-Piloten im Feld , nach einem Dreher den Anschluss verlieren liess. Dann schob Lancester 10 Minuten vor dem Ende in Abbey den vor ihm liegenden TDS-Oreca nach Anlauf über den Grünstreifen von der Strecke. Zwar gelang es Ticknell wieder den Anschluss herzustellen, aber er hielt sich mit einer finalen Attacke ob des kompromisslos fahrenden Lancester und in Aussicht auf sichere Meisterschaftspunkte und eine potentielle Zeitstrafe für das Greaves-Team zurück.

Diese kam dann aber nach Rennende doch nicht, was dem Greaves Motorsport Team den ersten ELMS-Gesamtsieg der Teamgeschichte sicherte. Lancester erhielt ob seiner Aktionen Pfiffe auf dem Podium. Erst in Imola wird man erfahren ob die ausbleibende Bestrafung möglicherweise das falsche Signal an die Meisterschaft in Punkto offensiver Fahrweise war. Während das Team Jota sich der sicheren Punkte erfreute, fand TDS-Pilot Gommendy deutliche Worte bei der Pressekonferenz. In Le Mans wäre solch eine Aktion folgenschwerer ausgegangen.

Das bis eine Stunde vor dem Rennende viertplazierte Murphy Prototypes Team fiel mit einem Elektrikdefekt aus, so das am Ende die Krohn Racing Mannschaft mit dem Ligier JS P2 auf den vierten Platz kam. Das Debüt der LMP3 gewann das LNT-Duo Charley Robertson und ex Olympiasieger Chris Hoy, der seinen LMP-Einstand gab. Mit RLR Motorsport-Pilot Jens Petersen kletterte der einzige deutsche Teilnehmer in der neuen Prototypenkategorie bei deren Rennpremiere mit auf das Podium. Der GTE-Klassensieg ging an den Porsche 991 GTE von Michael Wainwright, Adam Carroll und Phil Keen. Die britische Mannschaft rundete ein erfolgreiches Wochenende mit dem Podiumsrang des Lamborghinis von Roald Goethe, Archie Hamilton und Daniel Brown in der GTC-Klasse ab, die vom TDS Racing BMW Z4 GT3 des französischen Trios Franck Perrera, Dino Lunardi und Eric Dermont gewonnen wurde.

Der vollständige Rennbericht auf unseren Seiten ist hier einzusehen. Und unter diesem Link kann das Video-Review des Rennens verfolgt werden.