Hankook-Einheitspneus am Ring für SP10 und TCR

Im hankookgt4Rahmen einer gemeinsamen Ausschreibung haben der ADAC Nordrhein als Veranstalter des 24 Stunden Rennen am Nürburgring und die VLN Langstreckenmeisterschaft den koreanischen Hersteller Hankook als neuen Ausstatter für die SP10/GT4-Klasse sowie die Tourenwagen der TCR-Klasse benannt. Der auch aus der DTM bekannte Hersteller ist damit der einzige in beiden Klassen zugelassene Hersteller, der für die Teams in allen benötigten Dimensionen jeweils eine Nass- und eine Trockenspezifikation anbietet. Damit will man sowohl ein Reifenwettrüsten in den beiden eigentlich Privatfahrern vorbehaltenen Klassen verhindern, als auch eine zuverlässige BoP-Umsetzung garantieren.

„Die GT4-Klasse wird gerade für Privatfahrer immer attraktiver“, beschreibt 24h-Rennleiter Walter Hornung, „und auch in der TCR-Kategorie verzeichnen wir ein stark steigendes Interesse. Beide Klassen sind als kostengünstige Privatfahrerkategorie konzipiert und sollen es auch bleiben. Die Wahl von Hankook als Exklusivausstatter für diese Fahrzeuge ist ein wichtiger Schritt in diesem Bemühen. Mit Hankook gewinnen wir einen Hersteller mit großer Motorsport- Reputation, der in Topklassen wie der DTM mehr als einmal seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hat.“

In der GT4-Klasse sind sowohl Hankook (Lieferant in der 24 Stunden-Serie (Bild oben)), als auch Pirelli (GT4-European Series, Pirelli World Challenge) als Lieferanten der wichtigsten Serien etabliert. Bei den letzten 3 24 Stunden Rennen am Nürburgring traten zudem Teams mit Bereifungen von Michelin, Hoosier, Dunlop und Yokohama an. In der TCR sind vor allem Hankook (ADAC-TCR Germany, TCR Europe) und Michelin (TCR World series) involviert.

Das Problem das sich ggf. ergibt ist das die BoP beider Klassen auf einem Einheitsreifen beruht – und diese durch unterschiedliche Fabrikate ausgehebelt wird. Zuletzt wurde dies bei dem Debüt der Michelin-bereiften KTM X-Bow beim DMV 250-Meilen-Rennen in der vergangenen Saison offensichtlich, bei denen die beiden österreichischen Boliden der GT4-Konkurrenz um Längen davon fuhren. Solchen Fällen haben die beiden Veranstalter der wichtigsten Nordschleifenevents nun einen Riegel vorgeschoben. Das dadurch allerdings für die Teams auch ggf. kostengünstigere Alternativen bei den Reifenlieferanten weg fallen sollte nicht unerwähnt bleiben, ist jedoch angesichts der Relevanz der BoP in diesen beiden Klassen ein verschmerzbarer Kompromiss, solange Kosten und Leistung der vorgeschriebenen Pneus im marktüblichen Rahmen bleiben.

Weitere Regelungen, die ab diesem Jahr gültig sind, betreffen die Zusammensetzung der Fahrerteams. So muss etwa in der Klasse SP10 (GT4- Fahrzeuge) ab 2017 pro Fahrzeug mindestens ein Pilot aus der FIA-Bronze-Kategorie genannt sein, gleichzeitig darf höchstens ein Pilot mit dem Status Silber / Gold oder Platin eingesetzt werden. Damit sollen Werkseinsätze in der GT4 ausgeschlossen werden.