Interlagos vor Rückkehr in den WEC-Kalender

Die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft plant für die Saison 2019-20 die Rückkehr auf die brasilianische Strecke von Interlagos. Der bereits von 2012 bis 2014 von der Langstrecken WM benutzte Kurs bei Sao Paulo kehrt damit nach der aktuell anstehenden Supersaison in den Kalender zurück. Wie im Zusammenhang mit der IMSA NAEC-Runde in Sebring bekannt wurde, hat der ACO ein mehrjähriges Arrangement mit der südamerikanischen F1-Strecke vereinbart.

Bei den Teilnehmern und Berichterstattern der Serie wird diese Nachricht eher verhaltene Begeisterung auslösen. Der Nürburgring hatte 2015 Sao Paolo als Veranstaltungsort abgelöst und seitdem mit 3 dank der deutschen Hersteller gut besuchten Veranstaltungen (am Renntag jeweils 15-20.000 Zuschauer) die Serienbetreiber und Teilnehmer überzeugen können. Ob die noch bezüglich der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft in der Deckung befindlichen brasilianischen Hersteller und Teams die selbe Mobilisierung der heimischen Fans zustande bringen, darf bezweifelt werden. Die Hoffnungen des ACO beruhen da eher auf die brasilianischen Piloten Bruno Senna und Luis Fellipe Derani um die Tribünen halbwegs voll zu bekommen.

Ein anderer Fakt der als Begleiterscheinung am Nürburgring überhaupt nicht in Erscheinung tritt ist die Sicherheitslage an der Strecke. Interlagos liegt in einem dicht besiedelten Stadtteil der gelinde gesagt als Problemviertel tituliert werden könnte. Regelmässige nächtliche Schießereien und bewaffnete Überfälle machen die Befolgung strikter Sicherheitsmaßnahmen für Teammitglieder und Medienberichterstatter im Umfeld der Strecke erforderlich. Das die letzte Vorstellung der WEC auf dem Autodromo Jose Carlos Pace aufgrund von finanziellen Unregelmässigkeiten des damaligen privaten Veranstalters (Emerson Fittipaldi) jede Menge offener Rechnungen hinterliess, ist angesichts dessen eher eine bedauerliche Randnotiz, der man nun mit der Wahl eines neuen Promotors und der Unterstützung durch den brasilianischen Motorsportverband entgegnen will.